Wie fischertechniker einen Spirographen motorisieren.

Der Spirograph, eine Erfindung des Engländers Denys Fisher (1918-2002) aus dem Jahr 1965, war ein Spielzeug meiner Kindheit. Es bestand aus einem Set Zahnräder mit spiralförmig angeordneten Löchern, in die Stifte gesteckt werden konnten.

Spirograph-Zahnräder
Zahnräder eines Spirographen

Die Zahnräder wurden dabei an einem auf einem Blatt Papier festgesteckten Innenzahnrad abgerollt – und zeichneten so Hypozykloiden und Epizykloiden (ohne dass ich damals wusste, dass die zauberhaften geometrischen Figuren, die dabei entstanden, so hießen). Ein Hobby, dem eingeschworene Fans offenbar bis heute huldigen.

Spirograph-Koordinatenformel
Koordinatengleichungen der Spirograph-Zeichnung (R: Radius des Innenzahnrads, r: Radius des abrollenden Zahnrads, a: Abstand des Stiftlochs vom Mittelpunkt des abrollenden Zahnrads)

Nicht alle Bilder gelangen – denn das Innenzahnrad konnte verrutschen, das Zahnrad verkanten oder der Stift abgleiten. Da lag es nahe, den Mechanismus zu automatisieren – und eine „Spirograph-Maschine“ zu konstruieren. Ich erinnere mich, dass ich mich damals daran versuchte; ein Bericht oder Foto in einem fischertechnik-Clubheft (womöglich die Dezemberausgabe 1969) hatte mich auf die Idee gebracht. Bilder von diesem Modell besitze ich leider keine – aber ich war offenbar nicht der Einzige, der diese Idee aufgriff. Denn mit nur einem Motor und einem Getriebe, das Zeichnung und Zeichenarm synchron bewegt, lässt sich ein solcher Zeichenautomat mit relativ wenigen Bauteilen konstruieren. 1971 beschrieb fischertechnik die Mal-Maschine ausführlich in Band 2 der Hobby-Reihe 3 (S. 28-36).

Vor einigen Jahren publizierte Frank Jakob Fotos seiner Spirograph-Maschine im Bilderpool der ft-Community, die er anschließend schrittweise verbesserte (und sogar mit einem Getriebe ausstattete). Von Alfred Pettera gibt es einen Film dieser „Malmaschinen“:

Im vergangenen Jahr baute Dabert Konstruktorius einen weiteren solchen Zeichenautomat – und veröffentlichte ein hübsches Video dazu.

Und hier noch ein jüngeres Exemplar, auch mit Kardan-Welle:

Und tatsächlich lassen sich die Muster eines Spirographen sogar auf die Oberfläche eines (Oster-)Eis zauben – wie Burkhard mit seiner Konstruktion nachgewiesen hat:

Eine wunderbare Modellidee, um das eine oder andere verregnete Wochenende kreativ aufzuwerten.

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